Yad Vashem-Bildungszentrum: Sachsen setzt starkes Zeichen der Erinnerung

Aktuelle Debatte im Landtag zur Ansiedlung eines Yad Vashem-Bildungszentrums in Leipzig

Der Sächsische Landtag hat sich am Mittwoch, den 04. Februar 2026, in einer Aktuellen Debatte mit dem Thema „Nie wieder ist jetzt: Erinnerung weitergeben – Haltung zeigen – Yad-Vashem-Bildungszentrum aufbauen“ befasst. Hintergrund ist die Planung der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, erstmals weltweit eine Außenstelle zu errichten. Deutschland steht dabei im besonderen Fokus.

In der Debatte sprach sich Rick Ulbricht, Abgeordneter der CDU-Fraktion, deutlich für eine Ansiedlung des geplanten Bildungszentrums in Sachsen mit dem Standort Leipzig aus. „Dass Yad Vashem Deutschland als möglichen Standort auswählt, ist von großer historischer und gesellschaftlicher Bedeutung“, erklärte Ulbricht. „Gerade mit Blick auf unsere Geschichte ist dies als Einladung zu verstehen, Erinnerungsarbeit mit einer klaren Haltung für die Zukunft zu verbinden.“

Seit den 1990er-Jahren sind die jüdischen Gemeinden in Sachsen stark gewachsen und haben eine vielfältige Vereins- und Kulturlandschaft aufgebaut. Diese Strukturen bilden eine tragfähige Grundlage für ein Yad Vashem-Bildungszentrum mit bundesweiter Ausstrahlung. Zudem eröffnet die geografische Nähe Sachsens zu Polen und Tschechien zusätzliche Möglichkeiten für internationale Kooperationen.

Besonders Leipzig bringt hervorragende Voraussetzungen für ein solches Vorhaben mit. Die Stadt ist verkehrsgünstig im Herzen Mitteldeutschlands gelegen und blickt auf eine über 700-jährige Geschichte jüdischen Lebens zurück. Darüber hinaus besteht ein starkes Netzwerk aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und kulturellen Einrichtungen, das sich seit Jahren engagiert für Erinnerung, Begegnung und den Kampf gegen Antisemitismus einsetzt. Mit dem Ariowitsch-Haus verfügt Leipzig bereits über eine weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Institution, die sich in vielfältigen Veranstaltungen und Bildungsangeboten für jüdische Kultur, interreligiösen Dialog und Aufklärung engagiert.

Ulbricht erinnerte zudem an den Besuch einer israelischen Delegation, die sich vor Ort ein Bild möglicher Standorte gemacht hatte. Gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden, dem Ariowitsch-Haus, der Staatsregierung und der Stadt Leipzig sei dabei ein überzeugendes Gesamtbild präsentiert worden. „Leipzig wäre ein hervorragender Standort für ein solches Bildungszentrum“, so Ulbricht.

Abschließend betonte er: „Ein Yad Vashem-Bildungszentrum in Sachsen wäre ein starkes Zeichen – gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus und für eine gemeinsame, verantwortungsvolle Zukunft.“