Mit den Stimmen der christlich-liberalen Koalition hat der Deutsche Bundestag am Donnerstagabend einen Antrag zum Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) beschlossen. „Unser Beschluss stärkt die Auszubildenden, die Sozialpartner und damit die gesamte duale Berufsausbildung. Denn im Gegensatz zu den Anträgen der Opposition, haben wir Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Sozialpartner. Der Beschluss sieht vor, dass diese eigenständig entscheiden, auf welcher Stufe berufliche und allgemeinbildende Abschlüsse einzustufen sind und nicht, dass die Politik Vorgaben macht,“ sagt der Leipziger Bundestagsabgeordnete und Bildungspolitiker Dr. Thomas Feist.
„Wichtig ist jedoch“, betont Dr. Feist in seiner Rede, „dass die Zuordnung von allgemeiner Hochschulreife im DQR gleichwertig mit den mindestens dreijährigen dualen Ausbildungen auf einem Niveau erfolgt. Denn mit unserer praxisorientierten dualen Berufsausbildung setzen wir Maßstäbe in Europa. Duale Ausbildung ist eben nicht nur Praxis, sondern bedeutet auch schulische Ausbildung in einer erstaunlichen Tiefe und Komplexität. Damit stellt diese Form der beruflichen Qualifizierung eine Besonderheit dar, die ohne Weiteres der Qualifikation des Abiturs entspricht.
Gut ausgebildete Lehrlinge sind für die deutsche Wirtschaft genauso wichtig wie Akademiker. Ohne ihre Fachkräfte wäre die deutsche Wirtschaft nicht so innovativ und erfolgreich, wie sie heute ist. Und dies müssen wir auch zukünftig sicherstellen und die Attraktivität der dualen Berufsausbildung weiter steigern.
Sofern die Kultusministerkonferenz (KMK) nicht zu einer nachvollziehbaren und im europäischen Rahmen verständlichen Einstufung fähig sei“ so Feist abschließend, „sollte auf eine Einstufung allgemeinbildender Abschlüsse zunächst verzichtet werden.“