04:41 | 22.05.2013
Horst Wawrzynski ist der Kandidat der Leipziger Union zur Oberbürgermeisterwahl 2013. Der parteilose Polizeipräsident von Leipzig setzte sich in einer öffentlichen Mitgliederversammlung gegen den Vorsitzenden der KPV Leipzig mit 114 zu 75 Stimmen durch.
Horst Wawrzynski: "Ich will unserer Stadt als Oberbürgermeister dienen. Wir müssen uns endlich an die drängenden Probleme heran trauen. Unser Leipzig braucht einen erfahren Macher an der Spitze des Rathauses. Wir in Leipzig haben viel geschafft. Aber wer mit wachem Auge durch Leipzig geht, sieht den Berg von Problemen: Sanierungsstau bei Schulen und Kitas, fehlende Kita-Plätze, Investitionsstau bei unseren Straßen, die Verschuldung der Stadt und der städtischen Betriebe, Verkehrschaos bei Großveranstaltungen, die ungeklärte Zukunft bei unseren Kultureinrichtungen, Stadtentwicklung, die an den Leipzigern vorbei gemacht wird und der traurige Spitzenplatz bei Arbeitslosigkeit, Kinderarmut, der Zahl der Hartz-IV-Empfänger und der Schulabbrecher sind nur die offensichtlichsten", sagte Horst Wawrzynski. "Hier muss sofort angepackt werden."
Defizite sieht Wawrzynski auch bei der Führung der Stadtverwaltung. "Der Oberbürgermeister als Chef der Stadtverwaltung ist bei allen Fragen im Boot – ob man das will oder nicht. Der Chef ist auch für das verantwortlich, was seine Mitarbeiter machen. Leider haben wir jetzt einen Oberbürgermeister, der am liebsten seine Amtskette spazieren trägt. Wenn Fehler passieren, schiebt er die Schuld auf seine Untergebenen und hat von allem nichts gewusst. Das ist das Gegenteil von Verantwortung. Ich werde das anders machen", sagte Wawrzynski in seiner Bewerbungsrede.
Der Oberbürgermeisterkandidat setzt dabei auf Vermittlung. "Als junger Polizist im Streifendienst habe ich gelernt, dass man nicht immer mit harten polizeilichen Maßnahmen kommen muss. Es ist wichtiger, erst mal zuzuhören, zu vermitteln und Brücken zu bauen. So habe ich es immer gehalten. Ich werde diese kooperative Art zur Grundlage meiner Arbeit in der Stadtverwaltung und mit dem Stadtrat machen. Ich will ein Oberbürgermeister für alle Leipziger sein."
Wawrzynski dankte allen, die seine Kandidatur unterstützt haben. "Dass die Union einen parteilosen Kandidaten aufstellt, ist nicht selbstverständlich. Ich sehe darin einen großen Vertrauensvorschuss. Ich danke aber auch meinem Mitbewerber Volker Lux für den fairen und sachlichen innerparteilichen Wahlkampf. Nun müssen wir als Union geschlossen kämpfen. Dann können wir die Oberbürgermeisterwahl gewinnen", so Wawrzynski.
Parteivorsitzender Detlef Schubert: „Mit Horst Wawrzynski schicken wir einen erfahrenen Profi ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters. Erstmals tritt die Union mit einem parteilosen Bewerber an. Das zeigt, dass wir ein Angebot für alle Leipzigerinnen und Leipziger machen. Die Zeit der Schauspielerei im Oberbürgermeisterbüro muss vorbei sein. Der amtierende Oberbürgermeister kann es nicht.“
Die Mitglieder auf dem Kreisparteitag hatten erstmalig die Auswahl zwischen zwei Kandidaten. „Wir sind eine Partei, die es auch mit der innerparteilichen Auswahl sehr ernst nimmt. Es spricht für die lebendige Demokratie in der CDU, eine solche wichtige Angelegenheit nicht in Hinterzimmern am grünen Tisch zu entscheiden. Die Mitglieder haben sich nach einer lebendigen und offenen Diskussion für einen der beiden Kandidaten entscheiden können. Auch darin liegt ein Unterschied zu den anderen Parteien in unserer Stadt. Bei uns haben die Mitglieder ein echtes Auswahlrecht. Darauf sind wir stolz“, so Detlef Schubert.
Horst Wawrzynski ist Polizeipräsident von Leipzig. Der in Bayern aufgewachsene 59jährige ist parteilos und kam 1996 zur sächsischen Polizei. Er arbeitete unter anderem als Präsident der Polizeidirektion Chemnitz und als Leiter der Sächsischen Bereitschaftspolizei in Leipzig. In dieser Eigenschaft führte er Behörden mit mehreren tausend Mitarbeitern.
Horst Wawrzynski (links) und Volker Lux (rechts)